Montag, 2. november 2009 1 02 /11 /2009 13:58

Manchmal verfluche ich meine Ungeduld, die besonders in Kombination mit dem Benutzen des Internets in Dramen griechischen Ausmasses gipfeln.

 

Aktuelles Beispiel: Mein Wunsch nach einem zweiten Baby. Jede halbwegs normale Frau, die diesen Wunsch verspürt, schnaxelt einfach mal nach Herzenslust mit ihrem Partner, wartet dann auf den Tag, an dem ihre Periode kommen sollte und macht - sollte dies nicht der Fall sein - einen Test.

 

Aber so läuft das bei mir leider nicht ab, denn als Erstes konsultiere ich mindestens zehn verschiedene Eisprungkalender, um meine fruchtbaren Tage auszurechnen.

Sind diese Tage einmal eruiert, kommen an denselbigen schöne Unterwäsche, Kerzenlicht und Rotwein zum Einsatz. Soweit so gut. Jetzt wäre eigentlich das logische Verfahren abzuwarten und mit dem Alltag weiterzumachen wie gehabt.

Denkste! Mittels Internet klappere ich zig Seiten ab, auf denen erste Schwangerschaftssymptome beschrieben werden. Die treffen natürlich allesamt auf mich zu, bis auf das Spannen der Brüste, welches mich in meiner ersten Schwangerschaft bereits kurz nach der Befruchtung geplagt hat. Gut habe ich das Internet, denn da finde ich sofort mehrere Foren,  welche dieses Phänomen genauer unter die Lupe nehmen. Kein Spannen der Brüste = möglicherweise trotzdem schwanger. Juhui!

Als nächstes wirft ein winzig kleiner Blutfleck im Slip Fragen auf. Online erfahre ich, dass es sich hierbei um eine sogenannte Einnistungsblutung handeln könnte, die bei circa zwanzig Prozent aller Schwangeren auftaucht. Ich rechne hin und her und komme zu dem Ergebnis, dass ich höchstwahrscheinlich schwanger bin.

Ich könnte mich nun eigentlich zurücklehnen und entspannt auf das Ausbleiben der Tage warten. Aber nix da:  Jetzt muss ich nämlich erstmal herausfinden, ab wann ich frühestens einen Schwangerschaftstest machen kann. Prima – ein Frühtest zeigt bereits vier Tage vor der Fälligkeit der Regel an, ob’s geklappt hat oder nicht. Also am besten gleich ein Doppelpack Tests besorgen – durchführen und… negativ. So ein Mist! Aber halt – kleingedruckt steht auf der Packung, dass der Frühtest nur bei fünzig Prozent aller Testenden ein korrektes Resultat anzeigt. Hoffnung keimt wieder auf  und ein weiteres Doppelpack muss her. Bevor ich jedoch diese Tests auch noch durchzuführen kann, bekomme ich meine Periode.

 

Ich bin ein bisschen traurig aber vor allem auch von mir genervt:

Zusammengefasst habe ich nämlich ca 45 Euro für Schwangerschaftstests ausgegeben, etliche Stunden im Internet verbracht und die unsäglichen Qualen des Wartens durchgemacht, ganz zu schweigen von der Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat.

 

Ein weiteres Mal verfluche ich meine Ungeduld, nehme den Vertrag mit dem Internetanbieter in die Hand und schaue unter Punkt 5c die Kündigungsfristen nach…

von Dorifish
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Mittwoch, 21. oktober 2009 3 21 /10 /2009 15:58

Die Konkurrenzanalyse dient dazu, möglichst umfassende Informationen über Mitbewerber zu erlangen. Das Ziel der Konkurrenzanalyse besteht darin, die Informationen über tatsächliche und potenzielle Mitbewerber nach Stärken und Schwächen zu analysieren, um sich durch gezieltes Hervorheben eigener Stärken zu positionieren. Zunächst werden möglichst umfassend Informationen über die Mitbewerber zusammen getragen. nschließend folgt deren Auswertung, um die Stärken und Schwächen der Mitbewerber zu analysieren. Erst diese Analyse ermöglicht es, geeignete Wettbewerbsstrategien zu entwickeln, um ein persönliches Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz herauszuarbeiten.(*)

Wer an dieser Stelle noch nach der Verbindung zwischen Titel und erstem Absatz sucht,  hat  zweifellos noch nie an einem Zwergentreffen teilgenommen…

Ich tue das, seit Monsterle auf der Welt ist, regelmässig alle zwei Monate und zwar mit den Mädels aus dem Geburtsvorbereitungskurs und deren Nachwuchs. (5 Mütter, 5 Söhne)

Letzen Dienstag also, bei kühlen sieben Grad und Sonnenschein, das Treffen war für 14.00 geplant, sind die Mütter samt Nachwuchs bei mir eingetrudelt. Für die 10 Meter vom Auto bis zu unserer Wohnungstür wurde den Kleinen Mützchen aufgesetzt, Jacken angezogen und Kältecreme auf die Wangen gestrichen. (kein Witz!!) In der Wohnung angekommen, wurden als erstes die Winterstiefel mit Babyfinken ausgetauscht, die Wohnung nach allfälligen tödlichen Fallen untersucht und Wolldeckchen auf dem Boden verteilt (die Jungs konnten alle schon laufen und wir haben Bodenheizung – aber dies nur am Rande).

Nach zwei Stunden intensiver Vergleiche – wann konnte deiner laufen, isst deiner schon mit Löffel und Gabel, braucht deiner noch eine Baybtrinkflasche, seid ihr schon im Mutter-Kind-Turnen angemeldet, meiner geht schon in den Musikunterricht, wann macht ihr den ersten IQ-Test  – wurde es mir dann doch zu bunt und ich bat die Mädels zu Tisch.

Für die Mütter standen Kaffee und Kuchen bereit, für  die Kleinen Apfelschorle und Schokocroissants.

Als ich die Croissants gekauft hatte, dachte ich an leuchtende Kinderaugen und verschmierte Schokoladenmäulchen aber ganz sicher nicht an eine Horde aufgebrachter Mütter, die mich verächtlich musterten, ihre Taschen durchwühlten und der Reihe nach Tupperware-Schälchen hervorsuchten, in denen sie undefinierbare breiartige, dunklebraune Pampe oder wahlweise ungesüssten Griessbrei mit zerdrückten Bananen oder aber Gemüsestäbchen verstaut hatten.

Mir wurde schon beim Anblick übel und Monsterle gings wohl ebenso, denn er schnappte sich ein Croissant, verzog sich in eine ruhige Ecke und mampfte zufrieden, während sich die armen Jungs missmutig mit diesem gesunden Zeugs begnügen mussten. Natürlich durfte ich mir – Rabenmutter, die ich bin – dann auch noch einen Vortrag über gesunde Ernährung für Kleinkinder anhören.

Als sich die Bande verabschiedet hatte, war ich ganz schön erschlagen. Doch die Sache hat auch ihr Gutes: Endlich kann ich nachvollziehen warum mein Chef nach seinen monatlichen Konkurrenzanalysen-Meetings immer direkt nach Hause fährt. Und das, obwohl seine Sitzungen im Vergleich zu unserem Zwergentreff wohl der reinste Kinderspaziergang sind…

(*) Quelle: Gründerlexikon.de

von Dorifish
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Mittwoch, 14. oktober 2009 3 14 /10 /2009 14:09

Neulich abend, mein Göttergatte beim Fussballtraining und Monsterle friedlich am Schlummern, habe ich es mir mit einem Frauenmagazin auf dem Sofa gemütlich gemacht.

 

Auf der Titelseite: Vorher-Nachher Styling für Mütter von Kleinkindern.

Kritisch, etwas missmutig und leicht frustriert betrachtete ich meine ‚Mami- und Hausfrau Standarduniform (Jeans, dunkelblaues Poloshirt, Turnschuhe und Natur pur im Gesicht) und dachte, dass ich eine Auffrischung durchaus gebrauchen könnte.

 

Gespannt schlug ich also die entsprechenden Seiten auf und was sehe ich als Erstes? Eine Frau, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und Lockenwicklern im Haar! Wann steht die denn auf, um sich die Wickler einzudrehen? Um fünf Uhr morgens, wenn ihr Kind noch schläft? Mit (meinem) wachem Kleinkind ist jedenfalls an aufwendiges Haarstyling nicht zu denken.

 

Weiterblättern, Seite zwei: Eine wunderbar zurechtgemachte Dame in hellbeigen Wildlederhosen. Wildleder? Hellbeige? Vor meinem geistigen Auge erscheint Monsterle, wie er genüsslich einen Himbeerjoghurt löffelt und dabei die Hälfte auf meiner Hose verteilt. Schon mal eine Wildlederhose selber gereinigt? Eben!

 

Seite drei: Mama in High Heels, zwei Kinderchen mit weissen Strümpfen auf dem Schoss. Hm…ich stelle mir grad vor, wie sie in diesen Killerschuhen ihren Kindern hinterher rennt, wenn sie auf dem Spielplatz  wieder mal ausgebüchst sind. Ein Knöchelbruch ist da noch das harmloseste Szenario…

 

Letzte Seite: Ein Outfit, bei dem das Anziehen schon eine knappe halbe Stunde dauern dürfte sowie knallroten Lippenstift. Rote Lippen und Schmusen schliessen sich meiner Meinung nach nicht nur bei Erwachsenen aus. Monsterle würde ganz schön rebellieren, wenn ich ihm nach jedem Kuss das Gesicht waschen müsste.

 

Nachdenklich habe ich das Hochglanzmagazin zur Seite gelegt und daran gedacht,  wie gerne ich meinem Sohn zuschaue, wenn er voller Wonne und Spass isst, auch wenn die Hälfte daneben geht. Oder wie sehr ich es liebe, mit ihm herumzutollen (selbst wenn’s draussen regnet) oder auf dem Sofa zu liegen und mit ihm zu schmusen. Und letzlich geniesse ich es sogar, ihm hinterher zu rennen, wenn er wieder mal einen Blödsinn ausgeheckt hat  (und das geschieht oft).

 

All diese Dinge lassen sich weder mit Lockenwicklern im Haar, noch hohen Hacken, geschweige denn hellbeigen Wildlederhosen und roten Lippen durchführen…

 

Ich schaue erneut auf meine Jeans, mein dunkelblaues Poloshirt und meine Turnschuhe und ein Lächeln umspielt meine Lippen.

von Dorifish
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Sonntag, 27. september 2009 7 27 /09 /2009 20:45

Um es gleich vorweg zu nehmen – noch habe ich mein Cabrio! Das ist sozusagen die letzte Bastion, die mein Sohnemann (14 Monate) noch nicht eingenommen hat. Die Betonung liegt auf „noch“, denn so sehr ich meinen wunderschönen, silberfarbenen, sportlichen und hinreissenden Flitzer auch liebe – wenn es darum geht meinen Kleinen in den Kindersitz zu verfrachten, sind akrobatische Höchstleistungen von mir gefordert. Da es sich bei dem schnittigen Schlitten um einen Dreitürer handelt, kann ich nicht einfach die hintere Autotür öffnen, Monsterle auf den Sitz setzen, anschnallen und wegfahren.

Oh nein! Ich halte meinen elf Kilo schweren Sohn auf der linken Hüfte, versuche Autoschlüssel, Rücksitz und Tasche irgendwie zu koordinieren, verbiege mich, mache ein halbe Drehung (im Spagat wohlbemerkt, eine Bein muss ja draussen bleiben, um den Stand nicht zu verlieren) bis ich die richtige Position gefunden habe, um Monsterle ohne nennenswerte Beulen  durch die schmale Öffnung zwischen Rück- und Vordersitz auf den Kindersitz zu hieven. Ist mir das erstmal gelungen, gilt es das eine Bein, das nun irgendwie verknotet im Auto hängt, wieder durch dieselbige Öffnung nach draussen zu murksen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Geschafft! Ich bin draussen, Monsterle im Sitz aber….er muss ja auch noch angegurtet werden. Ich zwänge also meinen Oberkörper wieder hinter den Vordersitz und ziehe die Gurte fest, während mir Monsterle den Autoschlüssel zwecks Zeitvertreib aus der Hand mopst.  Kein Chance auf Gegenwehr, da ich - sollte ich mich zu schnell bewegen – mit der Rübe an den  Türrahmen knalle.

 

Zu guter Letzt, wenn Monsterle festgezurrt ist und ich wieder in normaler Körperhaltung auf dem Boden vor dem Auto stehe, muss ich den Autoschlüssel suchen, den mein Kleiner mit Wonne weggepfeffert hat – vorzugsweise irgendwo unter den Beifahrersitz, an eine Stelle, die ich nicht erreiche, ohne dabei meine Gesundheit zu riskieren.

Gefühlte drei Stunden später sind wir abfahrbereit…und ich denke mit Wehmut an die Zeiten, als ich mein Shoppingtütchen lässig auf den Beifahrersitz geworfen und im Rückspiegel den Lippenstiftcheck durchgeführt habe, um eine Minute später gen Wind zu brausen.

 

Das Bedürfnis nach einem neuen Auto ist gross –wenn ich auf meinen malträtierten Körper höre. Ein fünftüriger Blechkasten. Hässlich aber praktisch. Funktional aber unsexy.

Mein Kopf und mein Herz schreien auf bei dem Gedanken,  beginnen aber schon mit der leisen Verabschiedung meiner bis dato uneingenommen letzten Bastion und ich ertappe mich dabei, wie ich bei Autowerbungen nicht mehr den TV-Sender wechsle…
von Dorifish
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Mittwoch, 23. september 2009 3 23 /09 /2009 20:37

 

Ich habe eigentlich keine übertriebenen Erwartungen an meine(n) Liebste(n) wenn es um das Thema Kosenamen geht. Ein einfaches „Traumfrau“oder  „Prinzessin“ würden mir vollkommen genügen.

Leider habe ich schon seit jeher ein Händchen für Männer mit ausgefallem Geschmack punkto Namensfindung:

 

Ich denke da an Beautyboy und seine Kreation: 72 Kilo verteilt auf 177 Zentimeter sind beim bestem Willen nicht die Masse eines Rehs - das erklärt wahrscheinlich, warum er mich immer Bambi genannt hat, wenn ich am essen war. Pfff…auch eine Art Appetitzügler…

 

Oder mein erster Fast-Ehemann: Er titulierte mich ‚wunderbares Krustentierchen’. Hallo? Das klingt für mich nach pockennarbigem Pustelgesicht, und nicht nach meiner schönen reinen Haut. Erklären konnte er mir diesen Namen nicht und nach einem halben Jahr haben wir uns getrennt.

 

Dann hätten wir noch ‚Flusi das Sockenmonster’. Dabei  habe ich wirklich eine Waschmaschine, die einzelne Socken frisst. An mir kann es auf jeden Fall nicht liegen, wenn ich acht Socken in die Trommel schmeisse und hinterher kommen nur fünf wieder raus...

 

Auch so ein Unkosename war Schnarch-Motörchen. DAS wirft nun definitiv ein ganz schlechtes und vor allem FALSCHES Licht auf mich. Ich schnarche nicht. Nein, auf keinen Fall. Ich nicht!

 

Dann habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt und als er mich zum ersten Mal „Liebste“ genannt hat, wusste ich: Den heirate ich.

 Zwei Jahre habe ich mich in dem wunderschönen Klang des Worts ‚Liebste’ gesuhlt, es eingesogen, genossen. Dann wurde ich schwanger. Und vergesslich. Und als wir uns gemeinsam ‚Findet Nemo’ angeschaut haben und Dori (das Fischweibchen mit dem Kurzzeitgedächtnisverlust) das erste Mal über den Bildschirm geschwommen ist, meinte er: „Die ist ja wie Du!“ Tja, und so wurde aus „Liebste“ eben „Dori-Fisch“.

 

Für all das Leid, das mir widerfahren ist, werde ich seit knapp zwei Monaten endlich entschädigt: Nämlich jedes Mal, wenn mich mein Sohn mit seinen wunderschönen blauen Augen anschaut, strahlt  und in der richtigen Reihenfolge die vier magischen Buchstaben ausspricht: M-A-M-I

 

 

von Dorifish
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