Manchmal verfluche ich meine Ungeduld, die besonders in Kombination mit dem Benutzen des Internets in Dramen griechischen Ausmasses gipfeln.
Aktuelles Beispiel: Mein Wunsch nach einem zweiten Baby. Jede halbwegs normale Frau, die diesen Wunsch verspürt, schnaxelt einfach mal nach Herzenslust mit ihrem Partner, wartet dann auf den Tag, an dem ihre Periode kommen sollte und macht - sollte dies nicht der Fall sein - einen Test.
Aber so läuft das bei mir leider nicht ab, denn als Erstes konsultiere ich mindestens zehn verschiedene Eisprungkalender, um meine fruchtbaren Tage auszurechnen.
Sind diese Tage einmal eruiert, kommen an denselbigen schöne Unterwäsche, Kerzenlicht und Rotwein zum Einsatz. Soweit so gut. Jetzt wäre eigentlich das logische Verfahren abzuwarten und mit dem Alltag weiterzumachen wie gehabt.
Denkste! Mittels Internet klappere ich zig Seiten ab, auf denen erste Schwangerschaftssymptome beschrieben werden. Die treffen natürlich allesamt auf mich zu, bis auf das Spannen der Brüste, welches mich in meiner ersten Schwangerschaft bereits kurz nach der Befruchtung geplagt hat. Gut habe ich das Internet, denn da finde ich sofort mehrere Foren, welche dieses Phänomen genauer unter die Lupe nehmen. Kein Spannen der Brüste = möglicherweise trotzdem schwanger. Juhui!
Als nächstes wirft ein winzig kleiner Blutfleck im Slip Fragen auf. Online erfahre ich, dass es sich hierbei um eine sogenannte Einnistungsblutung handeln könnte, die bei circa zwanzig Prozent aller Schwangeren auftaucht. Ich rechne hin und her und komme zu dem Ergebnis, dass ich höchstwahrscheinlich schwanger bin.
Ich könnte mich nun eigentlich zurücklehnen und entspannt auf das Ausbleiben der Tage warten. Aber nix da: Jetzt muss ich nämlich erstmal herausfinden, ab wann ich frühestens einen Schwangerschaftstest machen kann. Prima – ein Frühtest zeigt bereits vier Tage vor der Fälligkeit der Regel an, ob’s geklappt hat oder nicht. Also am besten gleich ein Doppelpack Tests besorgen – durchführen und… negativ. So ein Mist! Aber halt – kleingedruckt steht auf der Packung, dass der Frühtest nur bei fünzig Prozent aller Testenden ein korrektes Resultat anzeigt. Hoffnung keimt wieder auf und ein weiteres Doppelpack muss her. Bevor ich jedoch diese Tests auch noch durchzuführen kann, bekomme ich meine Periode.
Ich bin ein bisschen traurig aber vor allem auch von mir genervt:
Zusammengefasst habe ich nämlich ca 45 Euro für Schwangerschaftstests ausgegeben, etliche Stunden im Internet verbracht und die unsäglichen Qualen des Wartens durchgemacht, ganz zu schweigen von der Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat.
Ein weiteres Mal verfluche ich meine Ungeduld, nehme den Vertrag mit dem Internetanbieter in die Hand und schaue unter Punkt 5c die Kündigungsfristen nach…